Dienstag, August 03, 2004

Urlaubsfreuden

Die SN berichten über eine Entscheidung des LG Salzburg in der der Ersatz sog. "frustrierter Aufwendungen" bei einer Urlaubsreise abgelehnt wird. Dass man etwas das man angemietet hat unter Umständen nicht die ganze Zeit nützen kann, sei allgemeines Lebensrisiko und jedenfalls im deliktischen Bereich nicht ersatzfähig.
Es sei entgangene Urlaubsfreude nur im Zusammenhang mit einem Vertragsverhältnis zu einem Reiseveranstalter schadenersatzrechtlich bedeutsam.

Seit 1.1.2004 regelt dieses Problem der § 31e KSchG. Dieser ist auf Sachverhalte anzuwenden, die sich nach dem 1.1.2004 ereignet haben, wobei es nicht darauf ankommt, dass der Vertrag nach dem 1.1.2004 abgeschlossen worden ist, sondern wann die Reisemängel aufgetreten sind.
In einer wirklich lesenwerten Entscheidung hat das LG Feldkirch im Anschluß an das LG Linz (nach einem Vorabentscheidungsverfahren C-168/00) gezeigt, dass entgangene Urlaubsfreude auch schon vor dem 1.1.2004 ersatzfähig war (wobei diese Ansicht nicht unumstritten ist - siehe die Verweise auf abweichende Meinungen in der E selbst).

Neben steigenden Kerosinpreisen, hat die Reisebranche auch mit steigender Bereitschaft der Pauschalreisenden zu kämpfen (nunmehr auf ausreichender gesetzlicher Grundlage) ihren Unmut in Schadenersatzansprüche umzumünzen.